Abkündigung PROFIBUS – Komponenten gehen in den Ruhestand!
Mit der Abkündigung von Siemens PROFIBUS-Komponenten endet schrittweise der Lebenszyklus einer der prägendsten Feldbus‑Technologien der industriellen Automatisierung. PROFIBUS wurde über viele Jahre hinweg erfolgreich eingesetzt und bildet bis heute das Rückgrat zahlreicher Bestandsanlagen. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an industrielle Kommunikationsnetze deutlich verändert: höhere Datenraten, Echtzeitfähigkeit, durchgängige Diagnose, IT‑Integration und Zukunftssicherheit stehen heute im Fokus.
Wie läuft die Abkündigung von PROFIBUS-Komponenten ab?
Die Abkündigung erfolgt nicht abrupt, sondern in mehreren klar definierten Phasen:
Abkündigung (Last Call) (PM400 – ab 01.Oktober 2026)
Es werden keine neuen PROFIBUS‑Produkte oder ‑Weiterentwicklungen mehr eingeführt. Der Fokus der Hersteller verlagert sich vollständig auf moderne, Ethernet‑basierte Technologien.
Typstreichung (PM410 – ab 01. Oktober 2027)
Für installierte Systeme wird weiterhin technischer Support angeboten. Ersatzteile sind verfügbar, allerdings mit zunehmend eingeschränkter Auswahl und längeren Lieferzeiten.
Support-Ende (End of Life) (PM490 – ab 01. Okotber 2036)
Langfristig endet auch der offizielle Support. In dieser Phase steigt das Risiko von Stillständen, da Ersatzteile gar nicht mehr beschafft werden können.
Diese Daten beziehen sich auf konkrete Siemens PROFIBUS‑Komponentenfamilien (z. B. ET 200SP, ET 200MP, ET 200AL, ET 200pro, DP/DP‑Koppler).
Wichtig: Bestehende PROFIBUS‑Anlagen müssen nicht sofort ersetzt werden. Dennoch empfiehlt es sich, frühzeitig eine Migrations- oder Retrofit‑Strategie zu entwickeln, um ungeplante Kosten und Produktionsausfälle zu vermeiden.
Welche Risiken entstehen bei einem Verbleib auf PROFIBUS?
- Sinkende Ersatzteilverfügbarkeit
- Steigende Kosten für Wartung und Instandhaltung
- Begrenzte Diagnose- und Erweiterungsmöglichkeiten
- Keine Unterstützung moderner Industrie‑4.0‑ und IIoT‑Konzepte
- Abhängigkeit von Restmengen oder Gebrauchtteilen

Die Nachfolger der prägenden Feldbus-Technologie
Ein Retrofit bietet die Chance, bestehende Maschinen und Anlagen technisch zu modernisieren, ohne sie vollständig zu ersetzen. Abhängig von Applikation, Echtzeitanforderungen und vorhandener Infrastruktur kommen folgende Alternativen in Betracht:
PROFINET – der nahtlose Nachfolger
- Direkte Weiterentwicklung aus der PROFIBUS‑Welt
- Hohe Echtzeitfähigkeit und Skalierbarkeit
- Umfangreiche Diagnosefunktionen
- Ideal für schrittweise Migration (parallel zu PROFIBUS möglich)
- Breite Unterstützung durch Hersteller und langfristige Zukunftssicherheit
EtherNet/IP
- Weit verbreitet in internationalen Anlagen
- Gute Integration in IT‑Systeme
- Flexible Topologien und einfache Erweiterbarkeit
IO‑Link (für Sensorebene)
- Ideal zur Modernisierung der Feldebene
- Detaillierte Gerätedaten und Zustandsinformationen
- Kosteneffiziente Ergänzung zu übergeordneten Bussystemen
Jetzt planen – langfristig profitieren
Die Abkündigung von PROFIBUS ist kein unmittelbarer Handlungszwang, jedoch ein klarer strategischer Wendepunkt. Ein frühzeitig geplantes Retrofit ermöglicht:
- Planbare Investitionen statt ungeplanter Stillstände
- Zukunftssichere Kommunikation
- Verbesserte Transparenz, Diagnose und Effizienz
- Nahtlose Integration in moderne Automatisierungs- und IT‑Architekturen
Wir unterstützen Sie gerne bei der Analyse Ihrer Bestandsanlage, der Auswahl der passenden Technologie und der schrittweisen Umsetzung eines maßgeschneiderten Retrofit‑Konzepts.

ANSPRECHPARTNER
Holger Brennenstuhl
Geschäftsführer
Teamleiter-Vertrieb & Projektleitung



